Wie man von dysphorischer Manie loskommt

Das Vorhandensein einer depressiven oder unangenehmen Stimmung während eines Anfalls von Manie erzeugt ein Krankheitsbild, das als dysphorische Manie bezeichnet wird.

Dysphorische Merkmale sind bei Patienten mit Manie statistisch auffällig, und die bimodale Verteilung des Dysphoriefaktors stimmt mit der Möglichkeit überein, dass es sich bei der gemischten bipolaren Störung um einen eigenständigen Zustand handelt.

Manische und depressive Zustände schließen sich nicht gegenseitig aus. Ihre Kombination in gemischten Staaten ist seit Kraepelin immer wieder beschrieben worden. Der Mischzustand, der auch als depressive oder dysphorische Manie bezeichnet wird, ist häufig, potenziell schwerwiegend, kann schwierig zu behandeln sein und hat das Potenzial, viel über die Psychopathologie und Pathophysiologie der manisch-depressiven Erkrankung zu verraten. Das Fehlen einer klaren Definition und Abgrenzung für gemischte Zustände behindert jedoch die definitive Forschung und klinische Arbeit.

Die meisten Definitionen von gemischten Zuständen haben sich auf die Anwendung vorbestimmter Kriterien für depressive Symptome oder depressive Syndrome bei Patientengruppen verlassen, die diagnostische Kriterien für Manie erfüllen. Diese Definitionen lassen zwei grundlegende Probleme ungelöst:

1) ob es eine naturalistische Einteilung der manischen Episoden in depressive und nicht depressive Typen gibt, im Gegensatz zu einer zufälligen oder kontinuierlichen Verteilung depressiver Symptome bei Patienten mit manischen Episoden und

2) die Spezifität der gemischten Zustände selbst – zum Beispiel, ob es verschiedene depressive und dysphorisch-manische Zustände gibt.

 

Kriterien für dysphorische Manie oder Hypomanie

  1. Vollständig manisches oder hypomanisches Syndrom nach DSM-III-R-Kriterien
  2. Gleichzeitiges Vorliegen von mindestens 3 assoziierten depressiven Symptomen einer schweren Depression

Es wurde angedeutet, dass die dysphorische Manie eine schwerere Form der Manie darstellen könnte (die von Hypomanie zu euphorischer Manie und zu dysphorischer Manie fortschreitet). Andere betrachten die Dysphorische Manie als eine eigenständige, unabhängige Form der Krankheit mit charakteristischen klinischen und therapeutischen Merkmalen.

 

Durch hochdosiertes Mirtazapin induzierte dysphorische Manie:

ein Fall für das ‘Noradrenalin-Syndrom’? — ABSTRACT

Das Antidepressivum Mirtazapin antagonisiert zentrale präsynaptische alpha2-adrenerge Auto- und Heterorezeptoren, was zu einer erhöhten zentralen Noradrenalin- und Serotonin-Aktivität führt. Histamin-H2-Rezeptoren werden ebenfalls antagonisiert, ebenso wie die postsynaptischen Serotonin-5-HT2- und 5-HT3-Rezeptoren, was zu serotonerger Aktivität hauptsächlich über 5-HT1A-Rezeptoren führt. Auf der Grundlage des Fallberichts eines Patienten, der bei einer höheren als der empfohlenen Mirtazapin-Dosierung eine Manie entwickelte, werten wir die Literatur über die atypische Natur manischer Symptome mit Mirtazapin aus. Acht Probanden, einschliesslich derjenigen in unserer Studie, wurden identifiziert, die eine durch Mirtazapin induzierte Manie mit atypischen Merkmalen, bestehend aus Dysphorie, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, psychomotorischer Unruhe und abnormalem Gang, entwickelt hatten. Zu den prädisponierenden Merkmalen könnten das Vorhandensein einer zugrundeliegenden Hirnfunktionsstörung und bestimmte selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer-Mirtazapin-Kombinationen gehört haben. Dysphorische Manie mit atypischen Merkmalen kann durch Mirtazapin hervorgerufen werden, was eine weit verbreitete Hypothese wie ‘zentrale Noradrenalin-Hyperaktivität’ als Grundlage für die Entwicklung einer Manie mit Mirtazapin unterstützt.

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