Licht-Therapie

Es hat sich gezeigt, dass die Phototherapie oder die Therapie mit hellem Licht die Sekretion von Melatonin im Gehirn unterdrückt. Die Behandlung besteht im Sitzen vor einem Vollspektrumlicht für etwa vier Stunden pro Tag, vorzugsweise morgens. Dies ist ein Ersatz für helles natürliches Sonnenlicht, dessen Fehlen eine bestimmte Form der Depression zu verursachen scheint.

Dr. Normal E. Rosenthals bahnbrechende Arbeit von 1985 zur Definition der saisonalen affektiven Störung (SAD) beschrieb erstmals die Anwendung von hellem Kunstlicht bei der Behandlung von Winterdepressionen. Rosenthals Hypothese war, dass eine Verlängerung der täglichen Photoperiode (die in den nördlichen Breitengraden die Länge eines Sommertages imitiert) eine Remission der Winterdepressionssymptome bewirken würde.

Behandlungssitzungen können zwischen 15 Minuten und drei Stunden dauern, ein- oder zweimal täglich, je nach den individuellen Bedürfnissen und der verwendeten Ausrüstung. Die durchschnittliche Dauer einer Sitzung bei einem System mit 10.000 Lux Beleuchtungsstärke ist z.B. viel kürzer als bei 2.500 Lux (30 Minuten gegenüber zwei Stunden). In klinischen Studien an unserem Institut mit über 100 SAD-Patienten, die ein 10.000 Lux-System mit UV-gefilterter Lichtstreuung und Winkelneigung für 30 Minuten pro Tag verwendeten, zeigten etwa 3/4 eine deutliche Verbesserung der depressiven Symptome. In einem anderen Experiment stellten wir fest, dass 30 Minuten für einige Patienten eine unnötig lange Exposition bedeuteten (die nach 15 Minuten vollständig reagierten), während bei mehreren Patienten eine einstündige Exposition erforderlich war, um die Wirkung zu zeigen.

 

Lichttherapie mit Lichtkasten

Die Lichtbehandlung sollte im Winter täglich angewendet werden (und in den trüben Perioden im Sommer), beginnend im Frühherbst, wenn die ersten Symptome auftreten. Sie besteht darin, dass man zwei bis drei Meter von einem speziell entworfenen Lichtkasten entfernt sitzt, normalerweise auf einem Tisch, so dass das Licht direkt durch die Augen scheint.

Der Benutzer kann normale Tätigkeiten wie Lesen, Arbeiten, Essen und Stricken ausüben, während er stationär vor dem Kasten steht. Es ist nicht notwendig, in das Licht zu starren, obwohl es sich als sicher erwiesen hat.

Die Behandlung ist in der Regel innerhalb von drei oder vier Tagen wirksam und die Wirkung hält an, sofern sie täglich angewendet wird. Getönte Linsen oder andere Vorrichtungen, die das Licht auf die Netzhaut des Auges blockieren, sollten nicht getragen werden.

 

Lichttherapie bei jahreszeitlich bedingten affektiven Störungen

Die Lichttherapie erwies sich in Fällen von saisonaler affektiver Störung (SAD) als wirksam. Innerhalb von ein oder zwei Wochen kann eine dramatische Verbesserung festgestellt werden.

Wenn man jeden Tag eine Stunde im Freien verbringt, kann das bei manchen Menschen oft zu positiven Ergebnissen führen. Allerdings kann man im Winter nicht früh morgens ins Freie kommen. Nicht jedermanns Arbeit erlaubt einen einstündigen Spaziergang im Freien. Nur hoch motivierte Menschen werden ihren täglichen Spaziergang bei Regen oder Schnee fortsetzen.

Es handelt sich hierbei nicht um eine Behandlung, die im Vereinigten Königreich im Rahmen der nationalen Gesundheitsdienste weithin verfügbar ist, aber es ist möglich, eine eigene Lampe zu kaufen, die Sie zu Hause verwenden können. Am besten ist es jedoch, sicher zu sein, dass die Depression, an der Sie leiden, eine SAD ist. Wenn Sie Mitglied der SAD Association werden, ist es auch möglich, dass diese Ihnen erlaubt, eine Lampe für eine Probezeit zu mieten, um zu sehen, ob sie Ihnen helfen könnte.

 

Andere Vorteile der Therapie mit hellem Licht

Zunehmend wird die Lichttherapie eingesetzt, um unsere Körperuhren zurückzustellen – manchmal zusammen mit Melatonin und manchmal von selbst -, egal wie oder warum sie aus der Bahn geworfen wurden. Wissenschaftler entdecken, dass die Lichttherapie neben der Behandlung von SAD auch für die Behandlung verschiedener anderer Erkrankungen geeignet sein könnte. Ein weiterer Bereich, in dem sich die Lichttherapie als vorteilhaft erwiesen hat, ist der Bereich der Schlafstörungen. Das fortgeschrittene Schlafphasensyndrom (Advanced Sleep Phase Syndrome, ASPS) ist durch vorzeitigen Schlafbeginn und frühmorgendliches Erwachen gekennzeichnet. Zukünftige Anwendungen der Helles-Licht-Therapie können durchaus jeden Bereich umfassen, in dem eine Krankheit oder ein Syndrom jahreszeitlich bedingt wiederkehrt, eine winterliche Exazerbation zeigt oder plausibel mit unzureichender oder zeitlich ungünstiger Lichtexposition im Freien unabhängig von der Jahreszeit zusammenhängt.

  • Frühmorgendliche Schlaflosigkeit
  • Schlaflosigkeit bei Nachteulen
  • Jet-Lag
  • Produktivitätssteigerung
  • Bulimie
  • Schläfrigkeit in der Spätschicht
  • Nicht saisonale Depression
  • Längere Menstruationszyklen

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