Depressionssymptome (schwere depressive Störung)

Die Symptome der Depression – technisch als schwere depressive Störung bezeichnet – sind durch ein überwältigendes Gefühl der Traurigkeit, Isolation und Verzweiflung gekennzeichnet, das zwei Wochen oder länger anhält. Eine Depression ist nicht nur ein gelegentliches Gefühl der Traurigkeit oder Einsamkeit, wie es die meisten Menschen von Zeit zu Zeit erleben. Stattdessen fühlt sich ein Mensch, der an einer Depression leidet, als sei er in ein tiefes, dunkles Loch gesunken, aus dem es keinen Ausweg gibt – und keine Hoffnung, dass sich die Dinge jemals ändern (American Psychiatric Association, 2013).

 

Symptome einer klinischen Depression

Eine Person, die an einer schweren depressiven Störung (manchmal auch als klinische Depression oder einfach nur Depression bezeichnet) leidet, muss entweder eine depressive Stimmung oder einen Verlust des Interesses oder der Freude an den täglichen Aktivitäten über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen anhalten. Diese depressive Stimmung muss eine signifikante Veränderung gegenüber der normalen Alltagsstimmung der Person darstellen.

Soziale, berufliche, erzieherische oder andere wichtige Funktionen müssen durch die Stimmungsänderung ebenfalls negativ beeinflusst werden. Zum Beispiel, wenn eine Person, die depressiv ist, anfängt, Arbeit oder Schule zu verpassen, oder wenn sie nicht mehr zum Unterricht oder zu ihren üblichen sozialen Verpflichtungen (wie z.B. mit Freunden abzuhängen) geht.

Verwandte: Arten von Depressionen

Eine klinische Depression ist durch das Vorhandensein von 5 oder mehr dieser depressiven Symptome gekennzeichnet:

  • Depressive Stimmung die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag, wie entweder durch einen subjektiven Bericht (z.B. sich traurig, blau, “niedergeschlagen” oder leer fühlend) oder durch Beobachtungen anderer (z.B. scheint weinerlich zu sein oder zu weinen) angezeigt. (Bei Kindern und Jugendlichen kann dies eher eine gereizte oder schrullige als eine traurige Stimmung darstellen).
  • Deutlich vermindertes Interesse oder Freude an allen oder fast allen Aktivitäten des täglichen Lebens, wie z.B. kein Interesse an Hobbys, Sport oder anderen Dingen, die die Person früher gerne gemacht hat
  • Signifikante Gewichtsabnahme ohne Diät oder Gewichtszunahme (z.B. eine Veränderung von mehr als 5 Prozent des Körpergewichts in einem Monat), oder Abnahme oder Zunahme des Appetits fast täglich
  • Schlaflosigkeit (Unfähigkeit, einzuschlafen oder Schwierigkeiten beim Einschlafen) oder Hypersomnie (zu viel Schlaf) fast jeden Tag
  • Mehr Tage lang Probleme mit dem Stillsitzen, einschließlich ständiger Unruhe, Schrittsteuerung oder Picken an den Kleidern (von Fachleuten psychomotorische Erregung genannt); oder das Gegenteil, eine Verlangsamung der Bewegungen, sehr leise sprechen mit verlangsamter Sprache (von Fachleuten psychomotorische Retardierung genannt)
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Energieverlust fast jeden Tag – selbst die kleinsten Aufgaben, wie das Anziehen oder Waschen, scheinen schwierig zu sein und länger als gewöhnlich zu dauern
  • Gefühle der Wertlosigkeit oder übermäßige oder unangemessene Schuldgefühle fast jeden Tag (z.B. Wiederkäuen über kleinere Versäumnisse in der Vergangenheit)
  • Verminderte Fähigkeit zu denken oder sich zu konzentrieren, oder Unentschlossenheit, fast jeden Tag (z.B. scheint leicht abgelenkt zu sein, klagt über Gedächtnisprobleme)
  • Wiederkehrende Gedanken an den Tod (nicht nur die Angst vor dem Sterben), wiederkehrende Selbstmordgedanken ohne konkreten Plan oder ein Selbstmordversuch oder ein konkreter Plan zur Begehung von Selbstmord

Eine durch Substanzen (wie Drogen, Alkohol, Medikamente) hervorgerufene depressive Stimmung gilt nicht als schwere depressive Störung, ebenso wenig wie eine solche, die durch einen allgemeinen Gesundheitszustand verursacht wird. Eine schwere depressive Störung kann in der Regel nicht diagnostiziert werden, wenn eine Person eine Vorgeschichte mit manischen, hypomanischen oder gemischten Episoden hat (z.B. eine bipolare Störung) oder wenn die depressive Stimmung besser durch eine schizoaffektive Störung erklärt werden kann und nicht mit einer Schizophrenie, einem Wahn oder einer psychotischen Störung überlagert ist.

Eine Depression wird auch als Verlust des Interesses und der Energie an Dingen erlebt, die die Person normalerweise gerne tut, wie z.B. Arbeiten, Ausgehen oder das Zusammensein mit Familie und Freunden. Die meisten Menschen mit dieser Erkrankung haben auch Probleme mit dem Essen und Schlafen – entweder zu viel oder zu wenig. Auch das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit einer depressiven Person sind oft beeinträchtigt; sie können auch gereizter sein oder sich ständig unruhig fühlen.

 

Depression und Trauer

In Übereinstimmung mit den Aktualisierungen der Kriterien für die wichtigsten depressiven Störungen im DSM-5 (dem neuesten Diagnosehandbuch zur Diagnose psychischer Störungen) kann eine Person während einer Zeit des Trauerns oder der Trauer, z.B. nach dem Verlust eines geliebten Menschen, an einer schweren depressiven Episode leiden. Dies ist eine signifikante Änderung gegenüber den früheren Diagnosekriterien, bei denen die Diagnose einer schweren Depression nicht gestellt wurde, wenn die Person über einen erheblichen Verlust in ihrem Leben trauerte. Diese Änderung wurde mit der Begründung vorgenommen, dass der Trauerfall für manche Menschen grosses Leid mit sich bringen kann, so dass er eine Episode einer schweren depressiven Störung auslösen kann.

Mit anderen Worten, es ist nicht normal, dass die Symptome des Trauerfalls eine erhebliche funktionelle Beeinträchtigung, eine morbide Beschäftigung mit Wertlosigkeit, Selbstmordgedanken, psychotische Symptome oder eine psychomotorische Retardierung (eine Verlangsamung der körperlichen Bewegungen einer Person) für zwei oder mehr Monate hervorrufen. Wenn sie also zusammen auftreten, sind die depressiven Symptome und die funktionelle Beeinträchtigung in der Regel schwerer und die Prognose schlechter als bei einem Trauerfall, der nicht mit einer schweren depressiven Störung einhergeht. Trauerfallbedingte Depressionen treten in der Regel bei Personen mit anderen Anfälligkeiten für depressive Störungen auf, und die Genesung kann durch eine antidepressive Behandlung erleichtert werden.

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